Die Tagesstätte Bethanien ist eine Einrichtung der Eingliederungshilfe für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sie bietet 30 Plätze und ist montags bis freitags geöffnet. Ziel der Einrichtung ist es, den Klientinnen und Klienten eine verlässliche Tagesstruktur zu bieten, ihre Selbstständigkeit zu fördern und sie bei der sozialen Teilhabe zu unterstützen.
Während meines BFDs konnte ich die Klientinnen und Klienten in verschiedenen Arbeitsbereichen begleiten. Zu meinen Aufgaben gehörte unter anderem die Unterstützung in der Küche, die Mithilfe bei Gartenarbeiten sowie die Mitarbeit in der Holzwerkstatt. Gelegentlich übernahm ich außerdem den Fahrdienst und brachte die Klientinnen und Klienten zur Tagesstätte und anschließend wieder nach Hause.
Auch gemeinsame Freizeitaktivitäten waren ein wichtiger Bestandteil meines BFDs. Wir unternahmen zahlreiche Ausflüge, spielten gemeinsam Karten und verbrachten Zeit bei Spaziergängen, auf dem Wochenmarkt oder bei gelegentlichen Schwimmbadbesuchen. Dabei entstanden viele schöne Begegnungen und Gespräche.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil meiner Tätigkeit war die Teilnahme an den Teambesprechungen. Dadurch bekam ich einen Einblick in die unterschiedlichen psychischen Erkrankungen der Klientinnen und Klienten und konnte die Arbeit des Teams noch besser kennenlernen. Gleichzeitig hatte ich die Möglichkeit, meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen aus dem Alltag mit den Kolleginnen und Kollegen zu teilen.
Besonders gerne erinnere ich mich an ein kleines tägliches Ritual: Nach der Vorbereitung des Frühstücks lasen wir gemeinsam das Horoskop. Dieser kurze Moment sorgte jeden Morgen für gute Stimmung und einen schönen Start in den Tag.
Die Zeit in der Tagesstätte Bethanien hat mich auch persönlich sehr geprägt. Durch den täglichen Kontakt mit den Klientinnen und Klienten und die Zusammenarbeit mit dem Team bin ich offener geworden. Ich habe gelernt, auf unterschiedliche Menschen und ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen, geduldig zuzuhören und auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben.
Vor allem habe ich erfahren, wie wichtig Respekt, Empathie und gegenseitige Unterstützung im täglichen Miteinander sind. Mein Bundesfreiwilligendienst hat mich dadurch nicht nur fachlich, sondern vor allem auch menschlich weitergebracht. Die vielen Erfahrungen und Begegnungen werden mich auch auf meinem weiteren beruflichen Weg begleiten.
Für diese besondere Zeit und die vielen wertvollen Erfahrungen bin ich sehr dankbar.